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Wettbewerb JKU Campus – Kepler Hall

2018

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Siegerprojekt des am 23. März 2018 von der BIG geladenen Kunst & BauWettbewerbs für die Gestaltung eines großformatigen Vorhangs in der Kepler Hall am JKU Campus Linz ist das Projekt Farbräume, Segel von Gilbert Bretterbauer.

Die Jury begründete die Entscheidung wie folgt:
„Gilbert Bretterbauers Entwurf für einen Vorhang ist – entsprechend seiner künstlerischen Praxis – eine autonome textile Installation, die gleichzeitig auch als funktionales Objekt dienen kann. Die serielle Fassadengliederung der Kepler Hall aufgreifend, entwickelt er für jede Gebäudeseite unterschiedliche, aus Einzelmodulen bestehende geometrische Farb-Muster, die durch diagonale Teilungen der Grundform der einzelnen Glassegmente generiert werden. Zum einen wird dadurch der architektonische Raum in Farbräume geöffnet, zum andern wird die strenge Vertikalität der Fassade in eine rhythmische Dynamik überführt. Durch die offenliegenden Nähte wird der Produktionsprozess zum Teil der Arbeit. Der Vorhang erinnert in seiner Lichtdurchlässigkeit an das diaphane Prinzip mittelalterlicher Kirchenfenster und gleichzeitig nimmt er auf unterschiedlichen Ebenen Bezug auf den Namenspatron der Universität, Johannes Kepler, der als einer der Begründer der modernen Naturwissenschaften auch die Optik zum Gegenstand wissenschaftlicher Unter-suchungen machte: Explizit geschieht dies durch den Schriftzug „KEPLER HALL“ im raumteilenden Element des Vorhangs und implizit durch das komplexe Spiel mit optisch simulierten Räumen, die auch als eine Referenz an Keplers Arbeit als Mathematiker im Bereich der Geometrie gesehen werden können.“

Siegerprojekt: Farbräume Segel

Gilbert Bretterbauer

Ausgehend von der seriellen Anordnung der Glaspaneele der Fassade werden die Stoffbahnen in derselben Dimension angeordnet. Das Design des Vorhangs entsteht alleine durch die Schrägstellung der vertikalen Gliederung und die geometrische Teilung der farbigen Stoffbahnen. Durch diese Übernahme der äußeren Rhythmik der transparenten Hülle in die innere textile Membran erhält die ruhige Architektur eine eigene Dynamik. Die Musterbildung wird durch Farbkombinationen, die für die jeweiligen Vorhangpakete komponiert werden, sichtbar.

WET CURTAIN

Peter Baldinger

Der Vorhang wird bewusst einfach gestaltet und sucht die Symbiose mit der Architektur, ohne diese in den Hintergrund zu drängen. Er folgt der Idee vom großzügig offenen, transparenten Raum. Vorgeschlagen wird ein prinzipiell weißer Vorhang, dessen unteres Viertel durch mehrfaches Tauchen leicht verlaufend tintenblau gefärbt ist. Es entsteht der Eindruck, er habe sich von unten, vom Boden her, mit Feuchtigkeit vollgesogen. Im Gegensatz zur inhaltlichen Hochtechnologie und Digitalität der Universität will WET CURTAIN weder im Erscheinungsbild, noch in der Machart „high-tech“ vermitteln, er ist „analog“.

ohne Titel

Andrea Pesendorfer

Ein Zitat des Philosophen Jacques Ranciere wird umlaufend auf dem Vorhang angebracht: „Die Aufteilung des Sinnlichen macht sichtbar, wer, je nachdem, was er tut, und je nach Zeit und Raum, in denen er etwas tut, am Gemeinsamen teilhaben kann.“ Der Satz wird an der Außenseite in deutscher, auf der Innenseite in englischer Sprache aufgedruckt und scheint auf die jeweils andere Seite spiegelverkehrt durch, wobei die Schrift an den Längsseiten mittels Siebdruck und an den Schmalseiten in Kreuzstich- bzw. Patchworktechnik aufgebracht wird. Der Vorhang selbst ist im mittleren Bereich aus leuchtend goldgelbem Stoff und geht zu den Seiten hin in hellere, transparentere Töne über.

Diskurs der Gegensätze

Elisabeth Grübl

Jeweils an einer Gebäudeseite werden auf den Vorhangbahnen die großformatigen Wortpaare INSIDE – OUTSIDE, ABSENCE – PRESENCE und EVER – NEVER angebracht. Durch das Nebeneinander, das Gegenüber relativieren sich die Bedeutungen, der Blick auf das Metathema zwischen den Bedeutungen der Gegensatzpaare wird freigegeben. Die abgebildeten Wörter sind Definitionen, die durch das Interpretationsrepertoire des Betrachters subjektiv wahrgenommen werden. Ein Selbstverständnis, das gemeinsames Denken, Sprechen und Handeln entlang der Begriffe erlaubt.

The Forest and the Trees

Francis Ruyter

Der Entwurf ist die Erweiterung einer Bilderserie mit dem Titel „Can’t See the Forest for the Trees“ – die zugrunde liegende Idee kann auch auf das akademische Umfeld und Forschungsprozesse übersetzt werden. Das Motiv zeigt Baumstämme, die vorwiegend als vertikale Linien erscheinen und ist in hellen Pastelltönen auf durchscheinendem Stoff ausgeführt. In der Abfolge des Motivs über die gesamte Länge des Vorhangs ergibt sich eine Rhythmik, wobei im zentralen Mittelteil ein detailreicheres und farbkräftigeres Bild gezeigt wird und zu den Seiten hin ausläuft.