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Wettbewerb Universitäts- und Landesbibliothek Tirol

2008

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Georgia Creimer konnte am 22. Februar 2008 den von der BIG geladenen künstlerischen Wettbewerb für Kunst & Bau an der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck für sich entscheiden.

Michael Clegg & Martin Guttmann werden in Kooperation mit der Universität einen Teil ihres Projektvorschlags umsetzen.

Die Jury begründete die Entscheidung für die Siegerprojekte folgendermaßen:

On Stones – Georgia Creimer:
„In ihrem Projekt gelingt Georgia Creimer mit der Installation in den acht Lichthöfen die Verbindung von Außen- und Innenraum sowie der unterschiedlichen Niveaus des Bibliotheksgebäudes. Zum einen ist diese Arbeit ein ruhige, meditative Installation. Zum anderen bezieht sie sich von oben betrachtet mit ihrem Textzitat von Christoph Ransmayr auf den Inhalt des Neubaus. In einer klaren Formensprache wird ein sichtbares Zeichen in den Außenraum beziehungsweise in den Stadtraum Innsbruck gesetzt, das auch von Nicht-Bibliotheksbesuchern wahrgenommen wird.“

Drehbares Lesepult – Clegg & Guttmann:
„In Zeiten der Digitalisierung der Daten wird durch das Projekt ein Bewusstsein der Kulturgeschichte der Bibliothek über die Jahrhunderte provoziert. Die Bibliothek ist nicht nur aufgrund der Inhalte sondern auch ihrer Inszenierung und Repräsentation wegen eine der vielfältigsten kulturellen Manifestationen. Die Künstler Clegg & Guttmann spielen mit der Reichhaltigkeit, dem Tiefgang, der verblassenden Präsenz dieses kulturellen Vermächtnisses.“

Siegerprojekt: On Stones

Georgia Creimer

Die zentrale Idee des Entwurfes ist es, eine Verbindung zu schaffen zwischen dem unterirdischen Innenraum, der Bibliothek, und dem öffentlichen Außenraum im Bereich der ‚Platte‘. Auf dem Boden jedes der insgesamt acht Lichthöfen wird eine Art ‚Landschaft‘ kreiert, welche vom Inneren der Bibliothek aus betrachtet, die Konzentration des Lesenden verstärken soll. Durch die Positionierung der unterschiedlich geformten Steine und der korrespondierenden ‚Ringe‘ auf dem Boden werden die einzelnen Lichthöfe zu definierten Orten der Kontemplation.

Ankauf: Drehbares Lesepult

Michael Clegg & Martin Guttmann

Der Entwurf ‚Illustration zur Sozialgeschichte des Lesens‘ schlägt vor, fünf Geschichtsstationen in den Räumlichkeiten der Bibliothek einzurichten, die jeweils aus einer schematischen und funktionellen Nachbildung eines Bibliotheksmöbels aus vergangenen Epochen bestehen. Ein Lesetisch, ein Bücherregal, ein Möbel zur Aufbewahrung und Ausstellung von Dokumenten sowie zwei Bibliotheksleitern. Diese Objekte sollen von den Besuchern ihrer Bestimmung gemäß verwendet werden. Zusammen bilden diese fünf Stationen eine Abhandlung über die Sozialgeschichte und Entwicklung des Akts des Lesens. (Realisiert wird das Drehbare Lesepult.)

Zwei Interventionen: Platz und Luftraum

Werner Feiersinger

Einer der beiden Vorschläge von Werner Feiersinger konzentriert sich auf den neu geschaffenen Platz. „Der Platz soll wie eine große Eislauffläche wirken: Es geht hier um eine Betonung der Horizontalen als bewussten Kontrast zu den massiven Baukörpern. Die Platte soll möglichst reduziert sein, ohne Grüninseln und Brunnen oder andere Möblierungen, insbesondere um den Gegensatz des Platzes zu den massiven Kubaturen hervorzuheben.“ Der zweite Vorschlag bezieht sich auf eine Wandgestaltung im Luftraum. „Die Wand mit den bunt gemalten vertikalen Streifen soll abstrahierte Buchrücken in einem Regal darstellen. Großformatige Fotografien zeigen Detailaufnahmen von Büchern und deren Nutzung in verschiedenen räumlichen Kontexten.“ Werner Feiersinger

GEDANKE WAHRNEHMUNG ERINNERUNG

Heinz Gappmayr

Hauptdarsteller jeder Bibliothek sind Schrift und Text. Gearbeitet wird mit Begriffen von universeller Bedeutung für die Beziehung zwischen Lesern und Literatur. An zwei Stellen des Neubaus sollen diese angebracht werden: die Wörter Wahrnehmung und Erinnerung sowie Gedanke. Die Schrift soll in einem harmonischen Verhältnis zum architektonischen Raums angebracht werden. Die Verwendung von eloxiertem Aluminium verweist durch die Reflexion des Lichts auf die Immaterialität alles Gedachten.

Lois & Zimelie

Robert Gfader

Ausgehend von der Skulptur BTF-Generator als Start- und Zielpunkt läuft eine Textlinie ‚freihändig‘ durch die Architektur des Gebäudes sowohl innen wie außen. Der Text generiert sich aus Recherche und Archivschriften um das Feld Buch, Landes- und Universitätsbibliothek, Wissenschaften, Forschung, etc. und wird durch Sampeln zu einem Textkonzentrat, das im Farbverlauf, der wiederrum mit den Bücherreihen in Verbindung steht, zurück in den BTF-Generator führt.

VERGEGENWÄRTIGUNG

Dorothee Golz

Vorgeschlagen wird eine Gestaltung der 22 Meter langen Wand hinter dem Haupteingang und vor der Bibliothek. Kugeln wölben sich aus der Wand, treten wie Seifenblasen in den dreidimensionalen Raum. Dabei nehmen sie auf der Wand verteilte Buchstaben als Hohlform, das heißt als immaterielle Informationsspeicherung in sich auf. Die auf diese Weise hervorgehobenen Buchstaben lassen sich auf der 5,6 Meter hohen und 22 Meter langen Passage zwischen Haupteingang und Bibliothek zu dem Wort VERGEGENWÄRTIGUNG ‚zusammenlesen‘.