Wettbewerb Arkadenhof der Universität Wien


Die Künstlerin Iris Andraschek konnte am 24. April 2009 den von der BIG geladenen künstlerischen Wettbewerb für Kunst & Bau im Arkadenhof der Universität Wien für sich entscheiden.

Die Jury begründete die einstimmige Entscheidung für das Siegerprojekt folgendermaßen:
Das Projekt besticht durch seine formal sehr reduzierte Einfachheit in der Idee, eine Bodengestaltung in Form einer Schattenfigur zu installieren. Der Schatten steht als Synonym für die Wissenschaftlerinnen im Schatten ihrer Institutionen, die beschrifteten Sockel thematisieren diesen Status quo.“

ohne Titel


„Der Entwurf greift die Symmetrie des Arkadenganges auf und bildet, entlang der gesamten Länge der Arkaden, ein zweites Raumgefüge. Ähnlich einer Linienzeichnung, schreibt sich der „Erinnerungsraum“ als Teil der Universität mit ein. Die „Raumzeichnung“ verkettet und vernetzt sich, gibt und nimmt Raum und kann von keinem Punkt aus übersehen werden und dadurch auch nicht in einer „Nische“ landen, in der man sich der Verantwortung über das Wissen des Ausschlusses von Frauen, entledigen kann. Es ist ein Statement.“
Ricarda Denzer

Späte Zukunft


‚Späte Zukunft‘ heißt das Objekt das als Entwurf vorgestellt wird, die Leistungen der Wissenschafterinnen der Universität Wien zu würdigen. Als Hybrid – changierend zwischen Orden und Raumschiff, Schmuckstück und wissenschaftlichem Modell, soll es auf der Rasenfläche des Innenhofes der Universität Wien platziert sein.

Kristall des Wissens


„Mein Kristall ist kein richtiger Kristall, sondern das Modell eines solchen, welches explizit nicht verheimlicht, dass die Perfektion der Natur nicht erreichbar ist. Es ist ein Versuch das Unmögliche möglich zu machen. Ich nenne ihn DEN KRISTALL DES WISSENS. Der Kristall symbolisiert das Wissen, welches durch die Leistungen der Wissenschaftlerinnen über eine lange, lange Zeit hinweg stetig angewachsen ist (und weiter wächst). Zudem ist er ein Objekt von objektiver Schönheit, die zeitlos ist. Ein Kristall war immer schön. Und ein Kristall wird immer schön sein.“
Zilla Leutenegger

Audiphonium


Laut Lexikon dient ein Hörgerät dazu, Hörverluste auszugleichen. Es ist ein wichtiges Mittel zur sozialen Eingliederung hörgeschädigter Menschen. Die Taubheit, die das „Audiophonium“ im Arkadenhof der Universität Wien heilen soll, ist die spezifische Taubheit des männlichen Wissenschaftsbetriebs gegenüber Forscherinnen und Professorinnen. Das Kunstwerk befindet sich auf der Hauptachse im Arkadenhof und besteht aus zwei Bereichen:

1) Beim Haupteingang zum Arkadenhof befindet sich ein „natürliches“ Auditorium. Die Stufen erinnern an die halbrund angeordneten, aufsteigenden Sitzreihen in griechischen Amphitheatern, die beiden Sockeln dienen als Ausgangspunkte für einen Glasbogen, der sich über das Auditorium wölbt und sowohl die Akustik verstärkt und dem Raum einen würdevollen Rahmen verleiht.“

2) Der zweite Bereich besteht aus 6 gerundeten Glasstelen und dient als Verlängerung des „Audiophoniums“. Hier wird der Schall aufgefangen und das von Frauen gesprochene Wort zu Gehör gebracht. Die Stelen symbolisieren auch eine Gruppe von ZuhörerInnen. Sie tragen Zitate von Wissenschafterinnen, die alle übergangenen und vergessenen Leistungen würdigen, die Frauen in der Vergangenheit an der Universität erbrachten.

Dokumente


„Mit dem Projekt ‚Dokumente‘ möchte ich nicht nur die Leistungen der Wissenschaftlerinnen würdigen, sondern doch auch die Wissenschaftlerinnen als Personen. Das Denkmal soll eine gleichberechtigte Ehrung der Leistungen der Wissenschaftlerinnen ermöglichen und diesen Frauen in den Räumen der Universität einen Platz sowie ein Gesicht geben. Aufgrund des Themas und der Raumsituation habe ich mich entschieden, jede einzelne Wissenschaftlerin in einer Form, die weitgehend von der bestehenden Ehrungstradition abgeleitet ist, möglichst einfach und direkt zu ehren. Die heutigen Benützerinnen des Arkadenhofs sollen den Gesichtern und Biographien wichtiger Wissenschaftlerinnen genauso begegnen können wie jenen der Wissenschaftler: als Personen der Universitätsgeschichte, aber auch als Rollenmodelle für angehende Forscher und Forscherinnen.“
Sofie Thorsen

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