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Text-Skulptur – Pädagogische Hochschule Niederösterreich

Karl-Heinz Ströhle

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ICH KÖNNTE EUCH VERSCHIEDENES ERZÄHLEN, WAS NICHT IN EUREN LESEBÜCHERN STEHT. GESCHICHTEN, WELCHE IM GESCHICHTSBUCH FEHLEN, SIND IMMER DIE, UM DIE SICH ALLES DREHT. Erich Kästner

Dieser Vers aus Erich Kästners Gedicht Ein alter Mann geht vorüber ist Ausgangspunkt und wesentliches Element von Karl-Heinz Ströhles Arbeit für den Campusplatz. Der Schriftsteller hat im Nationalsozialismus am eigenen Leib erfah­ren, was ideologisch reglementierte Wissens- und Kulturvermittlung bedeutet.

Ströhle platzierte die Zeilen als Zitat auf die kreisförmige Öffnung des Betondaches. Die aus Edelstahl gebogenen Buchstaben sind so als Text und als Skulptur wahrnehmbar. Je nach Witterung und Jahreszeit können sie glitzern, Schatten auf die Umgebung werfen oder an dunklen Wintertagen verblassen. Durch die Federstahl-Qualität bewegen sie sich leicht im Wind. Auf spielerische Weise vereinen sich skulpturale und inhaltliche Aspekte der Arbeit: sie macht uns auf eindringliche und poetische Art bewusst, dass Schule weit mehr ist als eine reine Wissensvermittlungsstätte. Sie ist immer auch Schule des Lebens und muss sich mit aktuellen, brisanten Themen- und Sachzusammenhängen auseinandersetzen, die über den Lehrplan hinausführen.

Karl-Heinz Ströhle hat sich viele Jahre lang mit dem Material Federstahl beschäftigt und plante die Realisierung des Kästner-Zitats als 120 Meter lange, individuell gestaltete und handgearbeitete Buchstaben-Skulptur. Nach dem uner­warteten Tod des Künstlers im Sommer 2016 setzten seine Projektpartner Cornelius Burkert und Eva Eisenbacher die Arbeit in seinem Sinne um.