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Wettbewerb Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz

2015

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Die Künstlerin Karin Sander konnte mit ihrem Projekt Transzendenzaufzug am 04. Dezember 2015 den von der BIG geladenen Kunst & Bau-Wettbewerb für die Sanierung der beiden Brückenkopfgebäude für die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz für sich entscheiden.

Die Jury begründete die einstimmige Entscheidung wie folgt:
„Der Entwurf überzeugt inhaltlich, da sich Karin Sander strukturell mit der besonderen baulichen und geschichtlichen Situation auseinandersetzt und die starke Symmetrie signalhaft durchbricht. Die Idee, über das Dach „hinauszuschießen“ und ein leuchtendes Signal zu setzen sowie die ideale Verbindung von Funktion und Kunst überzeugte die Jury. Die StudentInnen können durch Installationen oder Ausstellungen in der Kabine als „Vitrine“ in die Stadt hinaus kommunizieren.“

Siegerprojekt: Transzendenzaufzug

Karin Sander

Karin Sander bearbeitet den Lastenaufzug im Ostteil der Brückenkopfgebäude und hebt damit dessen Bedeutung für die Kunstproduktion hervor. Der Transzendenzaufzug wird ca. 10 Meter über das Dach hinausfahren und dort eine beeindruckende Rundum-Aussicht über Linz bieten. Mit dem gläsernen Aufzugsschacht über der Dachlandschaft durchbricht Karin Sander die strenge Symmetrie der ehemaligen NS-Bauten und setzt ein leuchtendes Zeichen für die Universität. Zusätzlich werden die StudentInnen mit dem Platzieren von Objekten und Installationen in der gläsernen Kabine in die Stadt hinauskommunizieren.

kul – fdk

Brigitte Kowanz

Für das Dach der Kunstuniversität hat Brigitte Kowanz ein weit sichtbares skulpturales Zeichen entwickelt, dessen konzeptuelle Grundlage der Code des Morsealphabets ist. Aus den Zeichen K U L (kunstuniversität linz ) wurden drei skulpturale Installationen entwickelt und an drei Ecken des Gebäudes installiert. Von der Nibelungenbrückenseite sind sie als KUL lesbar, von der Innenstadtseite als die Buchstaben FDK, was frei interpretiert werden kann. Tagsüber reflektieren die metallischen Oberflächen das Tageslicht, während nachts eine LED Lichtanlage weit sichtbare Lichtzeichen in den Himmel schreibt.

Die Kolossin

Gelatin

Die beiden monumentalen Brückenkopfgebäude werden zu Sockeln einer sehr großen, aber nicht monumentalen Figur, deren Füße an der Oberkante scharf abgeschnitten werden. Das Gewicht der „Kolossin“ ist ungleichmäßig verteilt, ein Fuß wirkt schwer, während der andere fast aufzusteigen scheint. Durch die Skulptur entsteht eine unsichtbare Verbindung zwischen den Gebäuden, und ebenso wie die alten umliegenden barocken Kirchtürme sind die beiden Füße aus verlötetem Kupferblech gedengelt.

Vom Winde verdreht

Hans Kupelwieser

Hans Kupelwieser entwirft für das Dach der Kunstuniversität eine kinetische Skulptur, bestehend aus zwei identen Ringen. Diese sind aerodynamisch geformt und stellen sich (wie Fahnen) synchron in die jeweilige Windrichtung. Die zwei Ringe betonen die Symmetrie der Gebäude und verstärken die Achse vom Hauptplatz zur Brücke. Sie werden der Skulptur in Abhängigkeit vom Wind unterschiedliche Erscheinungsformen geben. Nicht zuletzt durch die Größe der Skulptur wird eine neue visuelle Orientierung in der Dachlandschaft der Altstadt gegeben. 

Grenzziehung zwischen dem Sagbaren und dem Unaussprechlichen

Isa Melsheimer

Melsheimers Entwurf schafft eine Verbindung zwischen Adolf Hitler und Ludwig Wittgenstein, die, auch wenn sie sich nicht kannten, beide als Schüler in Linz geprägt wurden.  Die vorgeschlagene Skulptur für das Dach der Kunstuniversität bezieht sich auf das Haus Wittgenstein in Wien, das der Philosoph gemeinsam mit dem Architekten Paul Engelmann 1926 baute. Der Heizkörper, ein individuell geschaffener Gebrauchsgegenstand aus diesem in Proportionen und Details perfekten Bau, wird zur Skulptur und an den Eckpunkten der Brückenkopfgebäude platziert. Sie begrenzen einen Nichtraum, einen anderen Ort, einen unaussprechlichen Ort, einen neuen Ort. 

Black Jack

Steinbrener/Dempf + Huber

Ein zwölf Meter langer schwarzer Felsbrocken scheint gleich vom Dach der Kunstuniversität zu rutschen und wird scheinbar nur durch ein Sicherungsband und zwei I-Träger gehalten. „Black Jack“ thematisiert Risiko, Dramatik, Unmögliches und Provisorisches: alles wesentliche Bestandteile in den Berufsfeldern der bildenden Kunst. Die Skulptur scheint aus Granit zu bestehen, die Inszenierung gleicht einem Tatort, der nachts mit grellem Flutlicht beleuchtet wird. „Black Jack“ bricht mit seiner Platzierung die Blickachse der historisch aufgeladenen, symmetrisch angeordneten Gebäude.