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Turbulenzen – Justizzentrum Eisenstadt

raumlabor berlin

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raumlabor berlin schaffen mit ihrem Konzept für die drei Spazierhöfe in der Justizanstalt Eisenstadt die Verbindung einer künstlerischen Gestaltung mit der durchdachten Integration der Bedürfnisse vor Ort.

Im Zuge der Sanierung der Justizanstalt Eisenstadt wurden auch die drei Spazierhöfe für die Häftlinge neu konzipiert. Im Tagesablauf der Insassen bedeutet der Aufenthalt in diesen Freilufträumen wichtige Momente der Selbstbestimmtheit und Bewegungsfreiheit. Hier sind sozialer Austausch und eigenständige Handlungen möglich. Damit die Höfe diese Qualität erfüllen können, bedarf es einer Vielfalt an Handlungs- und Aktivitätsebenen. Diese Anforderungen und dieser Blick von innen bilden den Kern des Konzepts der Künstler- und Architektengruppe raumlabor berlin.

Um mehr Bewegungsraum für die Häftlinge zu schaffen, wurde das Gebiet der Höfe auf das angrenzende, ursprünglich als Grünfläche vorgesehene Areal erweitert, um damit die größtmögliche Fläche zu erhalten. Die Höfe selbst sind durch Grünflächen mit Heidebepflanzung und landschaftliche Elemente strukturiert. Es wurden Sport- und Bewegungsangebote geschaffen, während robuste, roh behauene Bänke und Tische zum Sitzen einladen.

Auch der Wachturm ist Teil der künstlerischen Gestaltung. Eine außergewöhnliche Box mit verblechter Fassade, von der aus das Geschehen in den Höfen gelenkt wird, sitzt wie die Kajüte eines Dampfers auf einer Stahlkonstruktion.
Während die Begrenzung zu drei Seiten durch einen Sichtschutz mit massiver Holzfüllung erfolgt, bleibt der Blick zur Südseite hin offen und wird lediglich durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. So entsteht eine freie Aussicht in den begrünten Sicherheitskorridor.

Die intensiven Diskussionen im Umsetzungsprozess der künstlerischen Gestaltung in diesem besonderen Außenraum waren für alle Projektbeteiligten die spannendste Komponente. So lernt man beispielsweise, dass nur Grasflächen und Wegeführungen, die dem Kreisgang der Häftlinge am Zaun entlang folgen, von diesen angenommen werden. Auch alle anderen Gestaltungselemente und Materialien müssen die speziellen Sicherheitsvorgaben erfüllen, weshalb manche Elemente des ursprünglichen Projektvorschlags adaptiert werden mussten. Die Offenheit und das Engagement aller Beteiligten haben es ermöglicht, den Dialog während der Realisierung aufrecht zu halten und so am Schluss trotz notwendiger Anpassungen eine gelungene Freiraumgestaltung zu schaffen. Das Ergebnis der Bemühungen ist für uns Motivation, uns dieser Diskussion auch in Zukunft zu stellen.