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Draußen im Gefängnis – Justizanstalt Krems

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Ein Sportfeld mit Ecken und Kanten und einer weichen Sitzlandschaft hat Gabu Heindl für den Männer-Spazierhof der Justizanstalt Krems entworfen. Das Konzept macht den Hof trotz beengter Raumverhältnisse dennoch zum Sportplatz. Der Maßstab wird dabei gestalterisch zum Thema gemacht, wenn im Männer-Hof ein Fußballplatz in vierfacher Verkleinerung eines „normal“ großen Platzes „reingefaltet“ wird, obwohl er sich eigentlich nicht ausgeht. Aus dieser Unmöglichkeit entstehen allerdings andere Qualitäten, wie etwa eine gefaltete Sitzlandschaft, abschürfsichere Seitenbanden und geknickte (Fußball-)Strafräume. Dort, wo das Feld nicht weiterlaufen kann, weil eine Wand im Weg steht, faltet sich der Platz die Wand hoch. Und weil kein Gras wächst, ist er aus Kunstrasen. Dieser kommt auf Sportplätzen auch außerhalb von Gefängnissen oft zum Einsatz, weil Wartung, Haltbarkeit und Spielqualität ohnehin besser sind als im Fall von Naturwiese.

Durch die Überlagerung von Aufenthalts- und Sportzonen wird der kleine Außenraum zu mehreren Außenräumen: die Summe der „schaltbaren“ Raumnutzungen macht ideell aus einem Quadratmeter mehrere Quadratmeter: Fußball – verkleinert – längs im Hof, Badminton in Originalgröße, Sitzlandschaft in der maximal besonnten Zone. Im Detail geht es um eine Rekontextualisierung der Wahrnehmung einzelner räumlicher Elemente, die in der Jusitzanstalt zweckmäßig vorhanden sind, jedoch auch aus anderen Alltagsnutzungen bekannt sind. Diese alltäglichen Nutzweisen in den Vordergrund zu stellen und zu verstärken, bringt ein Stück „Alltags-Verständnis“ in die Gefängnisräume, die für die Insassen ihrerseits Alltag sind. Zum Beispiel werden außerhalb des Gefängnisses da und dort Gitter aufgezogen, wie etwa rings um Fußballplätze. Genau solche Nutzungen zu aktivieren, nimmt dort, wo es eben viele Gitter gibt – im Gefängnis – dem Gitter die monofunktionale Idee des „Eingitterns“. Das Gitter im Männerhof ist auch Begrenzung des Fußballplatzes, die Gitter vor den Fenstern schützen die Glasscheiben vor den Bällen.