Das großformatige Gemälde Wetterwand des vielfach ausgezeichneten österreichischen Künstlers Christian Ludwig Attersee entstand von 1991 bis 1993 und prägt bis heute die Wirkung der Aula der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU Graz.
Das Acryl- und Lackgemälde auf grundierter Leinwand misst rund 39 m² und erstreckt sich über den gesamten Treppenaufgang, wodurch es die Geschoße visuell miteinander verbindet.
Typisch für Attersees Werk sind die leuchtenden Farben, der dynamische Pinselstrich sowie die thematische Auseinandersetzung mit Wasser, Wind und Wetter. Diese Motive ziehen sich durch sein gesamtes Schaffen, von frühen Werkzyklen der 1960er Jahre bis zu diesem monumentalen Bild. Die Nähe des Künstlers zum Wasser spiegelt sich nicht zuletzt in seinem Namen wider, den er vom Attersee ableitete. Zugleich stehen diese Themen in inhaltlicher Nähe zu den Forschungsschwerpunkten des Gebäudes, in dem Wasser als Ressource, Naturkraft und Risikofaktor eine zentrale Rolle spielt.
Aufgrund starker Verschmutzungen sowie zweier großer Risse in der Leinwand wurde die Wetterwand 2025 umfassend restauriert. Die Oberflächen von Leinwand und Rahmen wurden gereinigt, die Risse in der Leinwand geschlossen sowie beschädigte Stellen am Rahmen gekittet und retuschiert. Da das Kunstwerk nicht abgenommen werden konnte, erfolgten alle Arbeiten direkt vor Ort mithilfe von Gerüsten. Die Restaurierung der gespannten Leinwand stellte dabei eine besondere Herausforderung dar. Das Team der Restauratorinnen meisterte jedoch diese schwierige Situation erstklassig und führte die Arbeiten erfolgreich durch.
Nach Abschluss der Restaurierung zeigt sich das Werk wieder in seiner ursprünglichen Farbintensität und räumlichen Wirkung.