Wettbewerb Graz Center of Physics


Aus dem geladenen künstlerischen Wettbewerb für das Graz Center of Physics gingen am 11. Oktober 2024 die Projekte von Hofstetter Kurt und Nicolás Lamas als Sieger hervor.

Die Jury begründete die Entscheidung für die Siegerprojekte wie folgt:

Nicolás Lamas schafft in „Knotledge“ mit einem überraschend einfachen Formenvokabular eine poetische Metaebene für die heutige komplexe Kommunikations- und Informationstechnik. Sein Projekt verflicht auf assoziative Weise zwei unterschiedliche Realitäten, die jedoch beide auf denselben (binären) Code zurückgreifen. Die Verbindung einer althergebrachten, nicht vollständig entschlüsselten Kommunikationsweise aus einem anderen Kulturkreis, der Khipu (der einzigartigen, im dezimalen Stellenwertsystem aufgebauten Knotenschrift der Inkas), mit einem neuen, weit verbreiteten digitalen System mit dem Computer Keyboard als Symbol öffnen den Geist für visuelle Assoziationen genauso wie für Reflexionsprozesse – insbesondere in Kombination mit dem Narrativ des gewählten Materials, das als archaisches Element die verborgene Struktur des Gebäudes nach außen hin sichtbar macht. Dieser Reichtum der zugrundeliegenden Ideen lebt in der Skulptur weiter und überzeugt durch seine Umsetzung an einem Gebäude, in dem neues Wissen generiert wird.

Die Arbeit von „Seeing the invisible to be heard“ von Hofstetter Kurt gibt mit einem digitalen Augenpaar dem Gebäude ein sehr persönliches Gesicht, das einen visuellen Dialog mit uns aufnimmt und so das Innere der Universität nach außen trägt. Und gleichzeitig lädt es uns ein, in den Kosmos zu blicken. Über eine einfache menschliche Kontaktebene, dem „In-die-Augen-schauen“, lässt uns Hofstetter in die komplexe Welt der wissenschaftlichen Grundlagenforschung und der Relativitätstheorie einsteigen und verbindet den Innenraum mit dem Außenraum. „Seeing the invisible to be heard“ überzeugt in der Einfachheit seiner visuellen Information und öffnet einen Bezug zu menschlichem Forschergeist. Die Taktung des Lidschlags der Augen durch einen Myon-Detektor (der unsichtbare Elementarteilchen aus dem Kosmos aufspürt) stellt eine konkrete Verbindung zu den komplexen Forschungsinhalten des Graz Center of Physics dar, genauso wie die akustische Information, die als Soundwolke eine subtile Aura um das Objekt herum schafft.