Für den Neubau der Justizanstalt Klagenfurt wurde eine künstlerische Gestaltung gesucht, die mit klaren Eingriffen positive Impulse für Insass*innen und Wachebeamt*innen bietet. Im Rahmen des kürzlich abgeschlossenen BIG ART-Wettbewerbs wurden sechs Künstler*innen eingeladen, Entwürfe zu entwickeln. Die Jury wählte Iris Andrascheks Vorschlag als Siegerprojekt aus, das im Rahmen des Innenausbaus bis Ende 2027 umgesetzt werden soll.
Mit ihrer Gestaltung will die Künstlerin das Umfeld für die Menschen im Strafvollzug angenehmer und lebendiger gestalten und die Monotonie des Haftalltags aufbrechen. Der Titel ihrer Arbeit, THE TIMES THEY ARE A-CHANGIN’, ist Bob Dylans legendärem Song entlehnt. Bei Iris Andraschek steht er sinnbildlich für ihren künstlerischen Ansatz, der zu einer positiven und zuversichtlichen Haltung beitragen, anregend wirken und die Orientierung im Gebäude erleichtern soll.
Dazu entwickelte sie ein modulares Farben- und Formensystem, das auf Schablonenmalerei basiert: Die spielerisch wirkenden Interventionen, die sich an unterschiedlichen Stellen im und am Gebäude finden, beziehen sich aufeinander, ergänzen einander und zeigen, dass im Zusammenspiel ein positives Ganzes möglich werden kann.
Die Gestaltung konzentriert sich dabei auf Bereiche im Gebäude, die sowohl von Insass*innen wie auch von Mitarbeitenden und Besucher*innen frequentiert werden – so etwa die Besuchszone und Gangbereiche, aber auch die Haftmauer im Außenraum. Gleichzeitig bietet die Arbeit auch einen konkreten partizipativen Ansatz: Die Formen der Schablonen können in Workshops mit Insass*innen erarbeitet werden und fügen eine weitere, interaktive und soziale Ebene hinzu.