raumlabor berlin - Turbulenzen (2016)

Justizzentrum Eisenstadt, Wiener Straße 9, 7000 Eisenstadt

Architektur: YF architekten

raumlabor berlin schaffen mit ihrem Konzept für die drei Spazierhöfe in der Justizanstalt Eisenstadt die Verbindung einer künstlerischen Gestaltung mit der durchdachten Integration der sozialen Bedürfnisse vor Ort. Um mehr Bewegungsraum für die Häftlinge zu schaffen, wurde das Gebiet der Höfe auf das angrenzende, ursprünglich als Grünfläche vorgesehene Areal erweitert, um damit die größtmögliche Fläche zu erhalten. Die Höfe selbst sind durch Grünflächen mit Heidebepflanzung und landschaftliche Elemente strukturiert. Es wurden Sport- und Bewegungsangebote geschaffen, während robuste, roh behauene Bänke und Tische zum Sitzen einladen.

Auch der Wachturm ist Teil der künstlerischen Gestaltung. Eine außergewöhnliche Box mit verblechter Fassade, von der aus das Geschehen in den Höfen gelenkt wird, sitzt wie die Kajüte eines Dampfers auf einer Stahlkonstruktion.

Während die Begrenzung zu drei Seiten durch einen Sichtschutz mit massiver Holzfüllung erfolgt, bleibt der Blick zur Südseite hin offen und wird lediglich durch einen Maschendrahtzaun begrenzt. So entsteht eine freie Aussicht in den begrünten Sicherheitskorridor.

raumlabor berlin
Seit 1999 arbeitet das raumlabor (acht ausgebildete Architektinnen und Architekten, die sich zu einer kollektiven Netzwerkstruktur zusammengefunden haben) ausgehend von Berlin an den Schnittstellen zwischen Architektur, Stadtplanung, Kunst und Intervention. Sie begreifen in ihrer Arbeit Stadt und Stadtumbau als kulturelles Projekt und als Prozess.
www.raumlabor.net

Jan Liesegang
1968 geboren in Köln, Studium der Architektur in Berlin, Kopenhagen und New York. Danach Mitarbeit im Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Matthias Sauerbruch und Gastprofessor an der Akademie der Künste Stuttgart. 2010 Residency in der Villa Massimo in Rom. 2013/14 und 2015/16 Gastprofessor an der Bergen School of Architecture. 1999 Gründungsmitglied raumlabor berlin.

Frauke Gerstenberg
1968 geboren in Berlin, Studium der Architektur in Berlin und Barcelona, 1999 Max-Taut-Preis. Mitarbeit im Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Peter Ebner (TU München). Seit 2003 eigene Projekte mit dem Schwerpunkt experimentelle Raumstrategien und Kooperationen mit raumlabor berlin. 2015/16 Gastdozentin an der FHNW Hyperwerk Basel, seit 2013 Partnerin von raumlabor berlin.

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