Karin Sander - Transzendenzaufzug (2017)

Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Hauptplatz 5-6, 4020 Linz

Architektur: A. Krischanitz

Karin Sander geht vom Lastenaufzug als zentrales Tool der Kunstuniversität aus und hebt dessen Rolle für die Kunst in einem mehrfachen Sinn hervor: sie lässt einen gläsernen Aufzug  das Dach des linken Brückenkopfgebäudes durchstoßen und sich so oberhalb des Gebäudes in einen kleinen Aussichtsturm  verwandeln, der vom Dach aus eine beeindruckende Aus- und Rundumsicht auf die Stadt eröffnet. Beleuchtet und ohne Ausstieg präsentiert er sich als begehbare Lichtskulptur, in der auch Menschen und/oder Objekte von außen sichtbar werden.

Für die Kunststudierenden wird somit nicht nur ein fertiger Zustand, sondern eine Situation geschaffen, mit der sie arbeiten können. Zugleich erlaubt der transparente Lastenaufzug aber den transitorischen Blick auf Kunst in unterschiedlichen Aggregatzuständen, im Rohzustand als Ausgangsmaterial, im Abtransport, bei der Rückkehr ins Studio – jeweils durchläuft der transitorische Raum als kinetische Skulptur die Etagen des Gebäudes.

Der "Transzendenzaufzug" setzt ein städtebauliches Zeichen und geht stark auf die baulichen Gegebenheiten ein, zusätzlich durchbricht er die starke Symmetrie der Architektur. Die Verbindung von Funktion und Kunst gibt der Kunstuniversität die Möglichkeit in die Stadt hinaus zu kommunizieren, indem Objekte und Installationen in der beleuchteten Kabine ausgestellt werden können.

Karin Sander
Geboren in 1957 in Bensberg/Nordrhein–Westfalen (D),  Studium an der Freien Kunstschule und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. 1999–2007 Professur an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee (D). Seit 2007 ordentliche Professorin für Grundlagen des Gestaltens, Kunst und Architektur an der ETH Zürich. Sie lebt und arbeitet in Zürich (CH) und Berlin (D).

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