Kunst für den Campus

05.06.2018, gepostet von BIG ART
Eva Schlegel - ohne Titel | Gilbert Bretterbauer "Farbräume Durchblicke Musterungen" Eva Schlegel - ohne Titel | Gilbert Bretterbauer "Farbräume Durchblicke Musterungen"

Der weitläufige Universitätscampus der Linzer Johannes Kepler Universität war in den vergangenen Monaten Gegenstand von gleich zwei geladenen Kunst & Bau-Wettbewerben, die sich jeweils unterschiedlichen Bereichen widmeten.

 

Für den Neubau der Kepler Hall, die das zukünftige Entrée zum Campusgelände bilden soll, wurde die Gestaltung eines umlaufenden, raumhohen Vorhangs für den prägnanten Glasbaukörper ausgeschrieben. Aus insgesamt fünf eingereichten Arbeiten kürte die Jury den Entwurf des Textilkünstlers Gilbert Bretterbauer zum Siegerprojekt. Dieser fügt der transparenten Fassade eine neue visuelle und haptische Dimension hinzu, versetzt ihre strenge Vertikalität in eine rhythmische Dynamik und schafft durch seine leuchtende Farbigkeit eine lebendige Atmosphäre. Ausgehend von den Proportionen der seriell gegliederten Glasfassade entwickelt er durch diagonale Teilung der Grundform für jede Gebäudeseite unterschiedliche, aus Einzelmodulen bestehende geometrische Farbfelder.

 

Der zweite ganz aktuell entschiedene Wettbewerb widmete sich dem Außenraum am Campus, der durch gezielte Eingriffe eine neue Aufenthaltsqualität erhalten soll. Mit einer dreiteiligen Spiegelskulptur für den Vorplatz der um ein Learning Center erweiterten Bibliothek konnte Eva Schlegel diesen für sich entscheiden. Ihre Arbeit macht die drei Keplerschen Gesetze auf künstlerische Weise erfahrbar: ein großformatiger, elliptischer Spiegel ist an der Untersicht der Außentreppe angebracht, ein zweiter bildet die Oberfläche einer besitzbaren Sockelskulptur darunter, die auch zum Verweilen einlädt. Zudem wird eine dritte elliptische Umlaufbahn als Stahlband in den Boden eingelegt. Die BetrachterInnen betreten die Arbeit und werden selbst zu einem Teil der Skulptur. Durch wechselseitige Reflexion öffnen die beiden gegenüberliegenden Spiegel einen virtuellen dreidimensionalen Raum, durch den man die Realität hinter sich lassen und sich quasi "ins All katapultieren" kann.

 

Beide Projekte positionieren sich als hervorragende Ergänzung zur neuen Architektur von Riepl Riepl Architekten, die durch gezielte Impulse ein neues urbanes Lebensgefühl am naturnahen Campus schafft.

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