Neue BIG Art Website und BIG Art auf Facebook!

04.07.2011, gepostet von Ute Woltron

Ab heute können alle bisher im Rahmen von BIG Art realisierten Raumkunstprojekte und temporäre Kunstinterventionen unter den Rubriken "BIG Art Kunst & Bau" und "BIG Art temporär" auf der neuen Website besichtigt werden.


In der "Mediathek" haben alle Raumkunst-Interessierten die Möglichkeit, Filmdokumentationen zu folgenden realisierten Raumkunstprojekten im Bereich Kunst & Bau zu sehen:

 

Molekularorgel (2010) von Constantin Luser und Molekularfassade (2010) von Robert Schaberl für die Neue Chemie der Technischen Universität Graz, Stremayrgasse 11, 8010 Graz
Im Innenhof der Neuen Chemie der Technischen Universität Graz steht auf dem Dach des neuen Hörsaalgebäudes Constantin Luser's Molekularorgel (2010) – eine einzigartige, verspielte, interaktive Röhrenskulptur, bestehend aus 14 Trompeten, 14 Posaunen und 7 Tuben. Die Trompeten bilden sich gewissermaßen wie eine dreidimensionale riesige Molekularstruktur ab, verfügen über ebenso viele Töne und können zu besonderen Gelegenheiten von einem "Molekularorchester" bespielt werden. Eröffnet wurde die "Molekularorgel" im Oktober 2010 im Rahmen des Musikprotokolls des Steirischen Herbstes mit einer Komposition von Peter Jakober.
Robert Schaberls Raumkunstprojekt Molekularfassade (2010) für die Neue Chemie der Technischen Universität Graz ist ein besonders gelungenes Beispiel für die von BIG Art angestrebte aktive Zusammenarbeit zwischen Kunst und Architektur. Durch die Verwendung spezieller Farbpigmente erzeugt der steirische Künstler eine irisierende Farbverschiebung in der Fassadenoberfläche, die erst durch die Bewegung der BetrachterInnen entlang der Gebäudefront erlebbar wird. Die Farben kippen im Vorübergehen von Grün zu Blau und von Grün zu Rostrot. Gleichzeitig entsteht durch die unterschiedliche Behandlung der Kreiselemente der Pixelfassade die schematische Darstellung eines (Molekular-) Objektes. Das per Siebdruckverfahren aufgebrachte Farbpigment zeichnet sich durch extrem hohe Lichtleitfähigkeit aus und erwirkt irisierende Farbverschiebungen (Colorstream). Schaberls künstlerische Intervention wurde in enger Zusammenarbeit mit Architekt Thomas Zinterl realisiert.


On Stones
(2009) von Georgia Creimer und Drehbares Lesepult (2009) von Clegg & Guttmann für die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Innrain 52, 6020 Innsbruck.

Georgia Creimer verbindet in ihrem Raumkunstprojekt On Stones (2009) für den Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck den öffentlichen Stadtraum mit dem unterirdischen Innenraum der Bibliothek. Auf dem Boden der Lichthöfe kreiert die in Brasilien geborene Künstlerin eine Art Zen Garten – ein meditatives Kraftzentrum –, auf den Lesende blicken können und der ihre Konzentration unterstützt. Schauen die PassantInnen von den Brüstungen aus in die Tiefe der Lichthöfe, so fokussieren ihre Blicke auf konzentrische Kreise und tonnenschwere Findlinge.
Das Künstlerduo Michael Clegg und Martin Guttmann setzt sich in ihrem Raumkunstprojekt Drehbares Lesepult (2009) mit der Kulturgeschichte der Bibliothek als Ort der Wissensinteraktion im Zeitalter der digitalen Datenerfassung auseinander und rekonstruiert für den Lesebereich der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol ein drehbares historisches "Bibliotheksmöbel" von Jacob Schübler aus der Zeit um 1730 zur expliziten Benützung für die Studierenden.


Der Muse reicht's
(2009) von Iris Andraschek für den Arkadenhof der Universität Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, 1010 Wien

Der Arkadenhof bildet das prominente räumliche und architektonische Zentrum des Hauptgebäudes der Universität Wien. Seit 1885 würdigt die Universität Wien herausragende Persönlichkeiten nach ihrem Tod mit einer Büste im Arkadenhof. Unter den 154 Ehrentafeln befindet sich mit Marie von Ebner-Eschenbach die einzige Frau. Den Umstand, dass in der universitären Ehrungspolitik jahrzehntelang aus unterschiedlichen Gründen keine Ehrungen von Wissenschafterinnen stattgefunden haben, machte die Universität Wien und BIG zum Gegenstand des Wettbewerbs. Die Künstlerin Iris Andraschek überzeugte mit ihrer Raumkunstarbeit Der Muse reicht's (2009) und erhielt den Zuschlag. In ihrer Raumkunstarbeit lässt Andraschek die Muse durch den Arkadenhof einen Schatten werfen, der sie aus dem göttlichen, allegorischen Zustand in eine reale Figur verwandelt, in eine, die aktiv wird und sich wehrt. Damit signalisiert sie eindeutig und sehr direkt, dass die ungerechtfertigte Abwesenheit von prominenten Wissenschafterinnen an diesem Ort des Wissens nicht mehr länger geduldet wird.


Fliegender Teppich
(2007) von Ulrike Lienbacher für das Bundesgymnasium Vöcklabruck, Schlossstraße 31a, 4840 Vöcklabruck

Ulrike Lienbachers Raumkunstprojekt Fliegender Teppich (2007) im Innenhof des Bundesgymnasiums in Vöcklabruck dient den SchülerInnen als Treffpunkt, Freiluftklasse und als Sitz- und Liegegelegenheit in den Pausen und Freistunden. Die 9 x 6,3 Meter große, aus Beton gegossene Skulptur, deren Oberfläche aus leuchtend farbigen Glassteinen besteht, ist durch ihr besonderes Beleuchtungskonzept auch für Abendveranstaltungen gut nutzbar. Die Beleuchtungsmittel liegen teilweise unsichtbar unter der auskragenden Fläche, wodurch bei Beleuchtung der "Schwebeeffekt" noch verstärkt wird. Fliegender Teppich vereint Elemente verschiedener Kulturen von Ornamenten, die an Nomadenteppiche erinnern bis zum legendären Schwarzen Quadrat von Malewitsch.


Film ab!
Temporäre Installation, 24. Mai 2007 (Dauer: 2 Stunden), Nicole Six / Paul Petritsch für die Filmstudios der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Im Rahmen einer temporären Intervention haben sich am 24. Mai 2007 zwei Stunden lang rund 5.000 Personen auf dem Campus der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aufgehalten. Die wie eine filmische Massenszene inszenierte Aktion gab Anlass, das Studiogebäude innerhalb des Campus zu thematisieren und seine Lage in der Stadt neu zu definieren. Statt der herkömmlichen Idee, in eine gegebene gebaute Struktur dauerhaft gestalterisch einzugreifen – die Architektur dient dabei als eine Art Träger künstlerischer Interventionen –, stehen bei Film ab! Kriterien wie Vergänglichkeit und Prozesshaftigkeit im Vordergrund.


0-24 Licht
(2006), ein Projekt zwischen Kunst und Forschung von stagno/van der straeten in Zusammenarbeit mit Bartenbach LichtLabor für das Haus der Forschung Sensengasse 1-3, 1090 Wien

Das Raumkunstprojekt 0-24 Licht (2006) von Angelo Stagno und Andreas van der Straeten setzt sich mit der Nutzung des Hauses der Forschung auseinander und durchdringt den gesamten Bau. Angewandte Forschung wird zum Instrument der künstlerischen Arbeit, die über einen hohen Innovationsgrad verfügt und in der Lichtforschung zukunftsweisende österreichische Unternehmen miteinbezieht. Die hohe Identifikation der Nutzer war mitunter ausschlaggebend 0-24 Licht für das Haus der Forschung zu realisieren. Bei der Prototypenlösung von stagno/van der straeten wird Sonnenlicht auf dem Dach des Gebäudes erfasst und auf ein System über dem Eingang umgeleitet, wo es in Lichtfaserkabel eingespeist wird, die das Licht ins Foyer tragen. Hier kann bei Sonne das Licht am Ende der Kabel sogar angefasst werden. Die Nutzung von Lichtenergie in einer jetzt noch als experimentell geltenden Infrastruktur wird in Zukunft eine selbstverständliche Art des Bauens darstellen. 0-24 Licht ist als Projekt zwischen Kunst und Forschung ein erster Schritt in diese Richtung.


Hymnen – Tropen – Sequenzen
(2006) von Franz Graf für die Universität Mozarteum Salzburg,
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg

Franz Grafs Hymnen – Tropen – Sequenzen (2006) für die Universität Mozarteum Salzburg ist eine begehbare Skulptur. Ausgangspunkt für sein subtiles Kunstraumprojekt sind die neun Buchstaben des Wortes "Mozarteum". In einer Computeranimation wurden diese Buchstaben in ornamentale Kreismuster überführt und auf Metallscheiben übertragen, die im Außen- und Innenbereich der Universität Mozarteum in den Boden eingelassen wurden. Durch diese Zeichen entsteht ein imaginärer Raum, der in die Stadt hinaus sowie in das Gebäude hineinführt. Die Ornamente versetzen den Raum gewissermaßen in Schwingungen und geben ihm eine feine, unverwechselbare Charakteristik.

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